24.07.2026

Beschäftigung & Arbeitsmarkt

M+E-Unternehmen in Region Ulm angesichts wachsender Belastungen und negativer Standortbedingungen zunehmend unter Druck

Wirth: „Wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel hin zu einer Politik, die die Unternehmen konsequent entlastet und die Beschäftigung stärkt“

ULM – DieMetall- und Elektroindustrie (M+E) in der Region Ulm sieht sich angesichtswachsender Belastungen und negativer Standortbedingungen zunehmend unter Druck.„Unsere Unternehmen kämpfen mit zu hohen Energiepreisen, steigendenLohnzusatzkosten, einer im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähigenSteuerbelastung und einer immer weiter wuchernden Bürokratie“, sagte OliverWirth, Vorsitzender der Bezirksgruppe Ulm des ArbeitgeberverbandsSüdwestmetall, am Mittwoch anlässlich des Sommerfestes des Verbandes in Ulm.Wirth war bei der vorausgegangenen Mitgliederversammlung im Amt bestätigtworden.

 

DieAuswirkungen des negativen Umfeldes seien inzwischen deutlich spürbar, erklärteWirth: „Viele Unternehmen fragen sich längst nicht mehr nur, wie sie wachsenkönnen. Sie fragen sich zunehmend, wie sie die bestehenden Nachteile amheimischen Standort gegenüber internationalen Wettbewerbern überhaupt nochausgleichen können.“

 

DieRahmenbedingungen in Deutschland und Baden-Württemberg müssten dringend wiederinternational wettbewerbsfähig werden, machte der Bezirksgruppen-Vorsitzendedeutlich. „Denn Wettbewerbsfähigkeit ist die Grundlage unseres Wohlstands.Wohlstand entsteht dort, wo Menschen Ideen entwickeln, investieren, produzierenund Verantwortung übernehmen.“

 

Mit Blick aufdas 70-jährige Jubiläum der Bezirksgruppe Ulm in diesem Jahr erinnerte Wirthdaran, dass hinter diesen sieben Jahrzehnten „unzählige Entscheidungen stehen: zuinvestieren, auszubilden, neue Technologien zu entwickeln und sich bewusst fürdiesen Standort zu entscheiden.“ An der Bereitschaft, sich zu verändern, habees den Unternehmen dabei nie gefehlt. „Doch sie müssen heute auf einemSpielfeld antreten, das zunehmend zu ihren Ungunsten kippt“, beklagte derBezirksgruppen-Vorsitzende.

 

Er fordertedeshalb einen grundlegenden Kurswechsel hin zu einer Politik, die dieUnternehmen konsequent entlastet und die Beschäftigung stärkt: „WerVerantwortung übernimmt und investiert, braucht Vertrauen statt Misstrauen.Tempo statt jahrelanger Genehmigungsverfahren. Technologieoffenheit stattideologischer Vorgaben. Wettbewerbsfähige Energiepreise statt steigenderBelastungen. Und weniger Bürokratie statt immer neuer Berichtspflichten.“

 

Ein „Weiterso“ könne es nicht geben, betonte Wirth: „Wir müssen dringend die Notbremse beiden Kosten ziehen. Dabei stehen auch ausdrücklich die Sozialpartner und dieTarifparteien in der Verantwortung. Jetzt sind wirtschaftliche Vernunft undAugenmaß gefragt, statt weiterer Belastungen, die uns erdrücken. Denn Zukunftsichern wir nur mit einer international wettbewerbsfähigen Industrie. Nur dannwerden gute Ideen auch weiterhin hier bei uns zu neuen Produkten, zuzukunftsfähigen Geschäftsmodellen und vor allem zu zukunftssicherenArbeitsplätzen führen.“

 

Manuel Hagel,Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident des LandesBaden-Württemberg und Günter H. Oettinger, ehemaliger Europakommissar fürDigitalisierung und ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberggratulierten in ihren Reden der Bezirksgruppe zum Jubiläum und dankten für denwichtigen Beitrag des Verbands für die Gesellschaft.

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