
ULM – Die Konjunkturumfrage, die die Bezirksgruppe Ulm vonSüdwestmetall unter ihren Mitgliedsbetrieben durchgeführt hat, zeigt dass sichder Umsatz das zweite Jahr in Folge nur seitwärts entwickelt hat. Es istein geringes Wachstum von +0,5 % zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz innerhalb derVergleichsgruppe lag bei 15,098 Mrd. Euro. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurdenam heutigen Dienstag in Ulm im Rahmen eines Pressegesprächs von Oliver Wirth,geschäftsführender Gesellschafter der Bareiss Prüfgerätebau GmbH inOberdischingen und Vorsitzender der Bezirksgruppe Ulm sowie seinemStellvertreter Stefan Halder, geschäftsführender Gesellschafter derErwin Halder KG in Achstetten/Bronnen vorgestellt.
Während sich die Exportquote trotz globaler Unsicherheitenund steigender Handelshemmnisse auf
52,3 % erhöht hat, ist der Inlandsanteil am Umsatz um 14,9 % gesunken. „Dieszeigt, die hohe Bürokratielast und steigende Sozialabgaben unserer Unternehmenin Deutschland haben deutlich negative Auswirkungen auf den Absatzmarkt imInland“, sagte Oliver Wirth anlässlich der Pressekonferenz am heutigenDienstag in Ulm. Bei vielen Kennzahlen zeigt sich ein geteiltes Bild. So zumBeispiel auch bei der Umsatzentwicklung. Während mehr als die Hälfte derBetriebe einen Umsatzrückgang von 2025 zu 2024 zu verzeichnen hatten, gibt es49 % der Unternehmen, die ein Wachstum vermelden konnten. „Diese Teilung machtdeutlich, dass die verschiedenen Bereiche der Metall- und Elektroindustrieaktuell vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen“, so Oliver Wirthweiter. Hierbei ist anzumerken, dass die Ergebnisse unserer regionalenKonjunkturumfrage nicht repräsentativ für ganz Baden-Württemberg sind. Inanderen Regionen ist die Lage noch angespannter.
Beim Blick auf die Ertragslage der Unternehmen wirddeutlich, dass in 2025 über die Hälfte der Betriebe nur einen sehr geringenErtrag vor Zinsen und Steuern von unter 4 % hatten. 16 % der Unternehmen warenim letzten Jahr in den roten Zahlen. „Damit haben die Firmen kaum Spielräumefür Investitionen, die für einen Anschub der Konjunktur nötig wären“,bekräftigte Oliver Wirth. „Die notwendigen Strukturreformen duldenkeinen weiteren Aufschub. Nur mit einer starken Wirtschaft können wir uns denWohlstand in Deutschland sichern“, führte Oliver Wirth aus. Die Reformdes Gesundheitswesens sei dringend notwendig, um die steigende Ausgabendynamikzu stoppen und die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zustabilisieren. Eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um monatlich 300 Eurobedeute allerdings einen weiteren Kostenschub für die Betriebe.
Der geplante Anteil an Auslandsinvestitionen für diesesJahr hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. „Hier sehen wir,dass sich die ungünstigen Standortfaktoren in Deutschland bereits auf dieInvestitionsentscheidungen der Unternehmen auswirken“, sagte Stefan Halderbeim Pressegespräch. Als Hauptgrund für Investitionen im Ausland sind mit 36 %die hohen Arbeitskosten in Deutschland, gefolgt von den Themen Bürokratie undhohe Energiekosten genannt.
Zum Stichtag 01.04.2026 sind 55.341 Mitarbeiterinnen undMitarbeiter in den regionalen Metall- und Elektrobetrieben beschäftigt.„Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage halten die Betriebe an derStammbelegschaft fest“, sagte Stefan Halder. Gerade im Hinblick auf denEinzug von KI in die Unternehmen seien qualifizierte Fachkräfte von großerBedeutung. Um auf die geopolitisch unsichere Lage reagieren zu können, wurdedie Zahl der Zeitarbeitnehmer um 19 % erhöht und die Zahl befristet Beschäftigterim gleichen Zeitraum um 24 % verringert. Hinsichtlich derBeschäftigungsentwicklung für 2026 ergibt sich ein Arbeitsplatzabbau von 98Stellen.
„Ausbildung ist und bleibt wichtig“, bekräftigte StefanHalder. Aktuell sind in der Region Ulm, Alb-Donau-Kreis und Biberach mehrals 2.700 Auszubildende gemeldet. Dies entspricht einer Ausbildungsquote von4,9 %. Hinsichtlich der in diesem Jahr angebotenen Ausbildungsstellen ist zuverzeichnen, dass noch knapp ein Viertel unbesetzt ist.
„Trotz enormer Herausforderungen blicken die Unternehmerinnen undUnternehmer wieder etwas positiver in die Zukunft. Der Metall- undElektro-Konjunkturindex, der ähnlich dem ifo-Konjunkturindex ist, ist daszweite Jahr in Folge wieder leicht steigend. Er wird von den Umsatzerwartungender Unternehmen gebildet. Für 2026 erwarten 69 % steigende Umsätze. Der Anteilder Unternehmen, die mit einem Umsatzrückgang rechnen ist mit 19 % leichtrückläufig“, sagte Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall in Ulm.
Info zur Konjunkturumfrage:
An der Konjunkturumfrage haben sich 78 Betriebe beteiligt. Dies entsprichteinem Repräsentationsgrad von 57 % der Betriebe der Bezirksgruppe Ulm und 77 %der Beschäftigten.