Südwestmetall: Die Finanzierungsvereinbarung sichert insgesamt die Funktionsfähigkeit der Hochschulen – trotz schmerzhafter Kompromisse

Küpper: „Die Abschaffung der verpflichtenden Studiengebühren für ausländische Studierende muss weiter auf der politischen Agenda bleiben“

Zur heutigen Unterzeichnung der neuen Hochschulfinanzierungsvereinbarung in Baden-Württemberg erklärt Stefan Küpper, Geschäftsführer Politik, Bildung und Arbeitsmarkt beim Arbeitgeberverband Südwestmetall: 

„Während die Hochschulen in anderen Bundesländern teilweise massiv unter Sparzwang stehen, ist es der Landesregierung in Baden-Württemberg gelungen, die Finanzierung so aufzustellen, dass die Hochschulen ihre wichtigen Funktionen für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft auch in den kommenden Jahren ausfüllen können. Aber auch die Finanzierungsvereinbarung in Baden-Württemberg enthält einen Konsolidierungsbeitrag, der die Hochschulen sicher schmerzen wird. Die Verhandlungen über die Hochschulfinanzierung fielen in eine Zeit, in der der Landeshaushalt deutlich unter Druck geraten war. Nicht alles, was aus fachlicher Sicht wünschenswert gewesen wäre, war somit auch realisierbar. 

Wir bedauern aber, dass die Studiengebühren für ausländische Studierende in Baden-Württemberg – trotz einer anderslautenden Ankündigung der Regierungsfraktionen – nicht abgeschafft wurden. Baden-Württemberg, das als einziges Bundesland solche Studiengebühren verpflichtend erhebt, hat hier einen echten Wettbewerbsnachteil bei der Gewinnung von angehenden internationalen Fachkräften, vor allem für den für die Industrie zentral wichtigen MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Das Thema muss deshalb weiter auf der politischen Agenda bleiben.

Bei allen Kompromissen unterstreicht die heutige Finanzierungsvereinbarung eine zentrale Erkenntnis: Ein leistungsfähiges baden-württembergisches Hochschulsystem ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass unser Bundesland seine Spitzenposition im immer schärfer werdenden globalen Innovationswettbewerb halten kann. Das Hochschulsystem kann aber nur dann leistungsfähig in Forschung und Lehre, Technologietransfer, Gründungsgeschehen und Weiterbildung sein, wenn es verlässlich und auskömmlich finanziert ist.“

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Thomas Widder

Referent Kommunikation

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